Formatübersicht
Magic kann man auf viele verschiedene Arten spielen. Damit man weiß, worauf man sich einlässt haben sich über die Zeit verschiedene Formate etabliert. Eine Auswahl dieser Formate soll hier vorgestellt werden. Wir konzentrieren uns dabei auf die Formate, die in unserer Gruppe gespielt werden (es fehlen also z.B. einige beliebte Constructed-Formate wie Standard, Modern oder Legacy).
Constructed Formate
Constructed bezeichnet Formate, wo du ein eigenes Deck mitbringst (oder dir ein Deck von jemandem borgst).
Commander (EDH)
Commander, manchmal auch aus historischen Gründen EDH (Elder Dragon Highlander) genannt, ist Magics beliebtestes Format. Es ist ein Format für Freizeitspieler (Casuals).
Commander ist ein sogenanntes Singleton-Format. Das heißt, dass anders als bei “normalem” Magic jede Karte (außer Standardländern) nur ein einziges Mal im Deck vertreten sein darf. Zudem muss ein Deck aus mindestens 100 Karten bestehen. Das sind deutlich mehr als die normal 60 Karten in anderen Constructed-Formaten.
Durch diese besonderen Regeln ist das Commander-Format abwechslungsreicher und weniger vorhersehbar. Jedes Spiel ist anders und man kommt dazu, Karten zu spielen, für die sich sonst schwer ein Platz im Deck findet.
Die wichtigste Änderung zu “normalem” Magic ist aber natürlich der Namensgeber des Formats: der Commander. Der Commander ist eine legendäre Kreatur (manchmal auch eine Nicht-Kreatur, aber das führte an dieser Stelle zu weit), welche nicht ins Deck eingemischt wird, sondern zu Spielbeginn immer extra gelegt wird. Du kannst den Commander aber ganz normal beschwören. Wenn der Commander sterben sollte, kannst du ihn stattdessen wieder beiseite legen und für eine Strafsteuer (2 Mana extra für jedes Mal, die dein Commander gerettet wurde) wieder ausspielen.
Der Commander erlaubt es Deckbauern, die Strategie am Commander auszurichten, weil ja garantiert ist, dass du den Commander auch zur Verfügung hast (zumindest zeitweise, manche Commander werden sehr gern vom Gegner ins Ziel genommen). Der Commander legt außerdem die Farben deines Decks fest. Du darfst nur Farben spielen, die auch als Farbsymbole auf deinem Commander sind (in den Spruchkosten oder im Text).
Commander wird meist zwischen 3 und 5 Spielern gespielt. Jeder Spieler hat im Commander 40 Lebenspunkte und kann jeden der anderen Spieler angreifen und bezielen.
Wie anfangst erwähnt, ist Commander ein Format für Freizeitspieler. Es geht also nicht unbedingt ums Gewinnen, sondern mehr darum, gemeinsam Spaß zu haben. Daher sind bestimmte Karten und Strategien (wie zum Beispiel Massenlandzerstörung) nicht so gern gesehen. Aber das könnt ihr in euren Spielgruppen gemeinsam festlegen.
Es gibt eine offizielle Regelseite für Commander, dort ist auch Bannliste zu finden, auf der einige Karten vertreten sind, die man aus diversen Gründen nicht spielen darf.
Unter Commander stellen wir die am häufigsten gespielten Varianten vor.
Limited Formate
Limited bezeichnet Formate, bei denen du kein eigenes Deck mitbringen brauchst, sondern mit Karten spielst, du du vor Ort öffnest.
Sealed Deck
Die meisten Prerelease-Turniere werden in diesem Format gespielt. Beim Sealed Deck öffnet jeder Mitspieler eine Anzahl Booster, meist sind es 6. Aus diesen 90 Karten (+ Standardländern, die vom Turnierveranstalter gestellt werden) baut sich jeder vor Ort ein Deck zusammen. Das Deck muss mindestens 40 Karten enthalten und es gibt keine Beschränkung, wie oft eine Karte gespielt werden kann.
Wenn dann die Decks gebaut sind, spielt man im Duell (jeder Spiele beginnt mit 20 Lebenspunkten) eine vorher festgelegte Anzahl an Runden im Schweizer System (Gewinner gegen Gewinner, Verlierer gegen Verlierer).
Es ist für Anfänger gar nicht so einfach, aus einem 90-Karten-Haufen ein funktionierendes Deck zu basteln. Man sollte 16-18 Länder einplanen und darauf achten, dass man eine gute Mischung an Manakosten für seine Karten hat (nicht zu viele teure Sprüche, ein paar sehr günstige für 1 oder 2 Mana, und die meisten im Bereich von 3 oder 4 Mana.) Zudem helfen Sprüche, die gegnerische Karten zerstören und Karten, die dir helfen, weitere Karten zu ziehen.
Booster Draft
Booster Draft ist noch ein wenig schwieriger als Sealed Deck, macht aber vielen Spielern mehr Spaß und man braucht weniger Booster: 3 pro Spieler.
Idealerweise finden sich 8 Spieler für einen Draft. Wie gesagt benötigt jeder 3 Boosterpackungen, alle öffnen ihren ersten Booster, nehmen eine Karte heraus und reichen die restlichen Karten an den Spieler zu ihrer linken Seite. Das wird solange weitergeführt bis alle Karten aus dem ersten Booster verteilt sind.
Nun wird der zweite Booster geöffnet und das gleiche Prozedere wiederholt, nur dass diesmal die Karten an den Spieler zur rechten Seite weitergegeben werden. Zu guter Letzt wird der dritte Booster geöffnet, diesmal wird wieder nach links weitergegeben.
Die Schwierigkeit beim Booster-Draft besteht darin zu wissen, welche Karten gut sind in den Boostern und die Signale der Mitspieler zu lesen (welche Farbe wird z.B. gar nicht genommen, sodass für mich besonders gute Karten übrigbleiben).
Ansonsten gelten beim Deckbau die gleichen Regeln: 40 Karten mindestens, keine Restriktionen wie oft eine Karte im Deck vertreten sind darf (wenn du eine Karte sechsmal gedraftet hast, darfst du sie auch 6 mal spielen).
Bei 8 Spielern werden 3 Runden im Schweizer System gespielt.
Commander Draft
Commander Draft ist eine Mischung aus Commander und Booster Draft.
Es draften wieder 8 Spieler aus jeweils 3 Boostern. Die Booster sind aus speziellen Commander-Editionen, wie z.B. “Commander Legends”. In diesen Boostern sind 20 Karten statt der normalen 15. Anders als beim normalen Draft nimmt jeder Spieler pro Runde 2 Karten statt nur einer.
Da es ein Commander-Format ist, sollte man darauf achten, auch eine spielbare Legende zu draften, die man zu seinem Commander machen kann. Glücklicherweise sind diese Editionen voll mit Legenden, das sollte also nicht sehr schwer fallen.
Ein Commander-Draft Deck muss aus genau 60 Karten bestehen (inklusive den Ländern und dem Commander). Die Singleton-Regel gilt nicht (jede Karte kann also mehr als einmal gespielt werden).
Die 8 Draft-Teilnehmer werden auf 2 4er-Tische verteilt und man spielt wie beim Constructed-Format jeder gegen jeden mit 40 Lebenspunkten.